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„Wir brauchen ein Hospiz!“

Chor Carmina Christo, Nastätten, unterstützt Errichtung des stationären Hospizes 

Der Palliativmediziner Dr. Martin Schencking (Bad Ems) wird nicht müde, auf die fehlenden und doch so dringend benötigten Hospizplätze in der Region aufmerksam zu machen. „Der Rhein-Lahn-Kreis ist in punkto Hospizbetten völlig unterversorgt“, weiß der Vorsitzende des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V.

Es geht um die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen, die in ihren letzten Tagen und Stunden nicht mehr adäquat im Krankenhaus oder zuhause versorgt werden können. Für sie soll es in Nassau künftig ein stationäres Hospiz geben. Obwohl z.B. auf der Palliativstation in Nastätten in Zusammenarbeit mit der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV-Team) und den Ehrenamtlichen der ambulanten Hospizdienste Rhein-Lahn e.V. Hervorragendes geleistet werde, sei die Schaffung eines stationären Hospizes für die ganzheitliche Pflege und Versorgung von Menschen am Lebensende unverzichtbar.

Der Förderverein findet immer mehr Unterstützer und Förderer für das Projekt, so wie den Chor Carmina Christo, der unter dem Motto „Schöpfung“ ein wunderbares Konzert in der St. Kastor Kirche Dausenau gab, auf eine Gage verzichtete und stattdessen um eine Spende für das Hospiz bat.

Die St. Kastor Kirche – zu Recht im Prospekt als Ort der Sicherheit und Geborgenheit bezeichnet, zudem mit einer hervorragenden Akustik ausgestattet – bildete den perfekten Rahmen für das gut besuchte Konzert der Sängerinnen und Sänger von Carmina Christo. Eindrucksvoll zogen sie unter Leitung ihres Dirigenten Werner Höss ein.

Von der ersten Minute an war man eingefangen von der Intensität und frischen Präsenz des Chores. Seine Freude am Gesang übertrug sich. Seine Virtuosität elektrisierte. Und dann die breite Spanne durch die Epochen großer Kompositionen. Die Schöpfung inspirierte Volksmusiker ebenso wie Gospelschreiber oder Felix Mendelsohn-Bartholdy und Georg Friedrich Händel sowie zeitgenössische Tondichter. Ihre – teils fünfstimmigen - Chorwerke von Carmina Christo zu hören, war für die Zuhörerschaft ein einzigartiger Kunstgenuss.

Lichtbilder und Texte, die den 1. bis 7. Schöpfungstag interpretierten, vorgetragen von Irmgard Krämer und Margarete Dombrowski-Jost, rundeten das Programm des Abends ab, das Pianistin Elisabeth Derer am Klavier hervorragend begleitete. Als absoluter Liebling des Publikums erwies sich Stefanie Breidenbach. Die Sopranistin brillierte nicht nur mit ihrer kräftigen, klaren, glockenhellen Stimme, sondern auch einmal als engagierte Dirigentin des Ensembles.

Mit strahlenden Gesichtern, stehendem Applaus und begeisterten Kommentaren dankte die Zuhörerschaft für den stimmungsvollen Abend. Der Chor Carmina Christo, der sich über die Grenzen des Blauen Ländchens hinaus einen Namen gemacht hat, bedankte sich mit Zugaben. Und der Hoffnung von Chorleiter Höss, nicht das letzte Mal in der evangelischen St. Kastorkirche Dausenau aufgetreten zu sein, schlossen sich die Besucher nur allzu gerne an.

Dr. Martin Schencking sprach im Namen des gesamten Vorstandes des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V. Carmina Christo aufrichtigen Dank für die großartigen Darbietungen und für die geleistete Unterstützung aus. Solches Engagement mache Hoffnung. Hocherfreut war der Vorsitzende auch angesichts der Spenden des Abends: Insgesamt 751,60 Euro kamen für das Hospiz zusammen.

Gelegenheit, sich im persönlichen Gespräch über den Abend und seinen guten Zweck auszutauschen, war anschließend bei einem kleinen Imbiss und Dausenauer Orgelwein.

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