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Secondhand mit sozialem Hintergrund
Martins Mantel Nassau lebt die Nachhaltigkeit und unterstützt das Hospiz

Der Kleiderladen Sankt Martins Mantel begann 2015 als Kleiderkammer der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative in einem ehemaligen Laden in Nassau. Heute öffnen sich in der Kaltbachstraße und im Unteren Bongert mehrere Räume einer ehemaligen Gaststätte und Brauerei den Menschen, die günstige Kleidung und Möbel suchen. Jeder ist willkommen, ob als Spender oder als Käufer. Einfach mal hereinschauen und sich fühlen wie auf einem Flohmarkt, sagen die Ehrenamtlichen, die sich hier engagieren.

Das Warenangebot ist unglaublich groß, Bekleidung nur noch ein Teil vom Ganzen. „Alles, was Sie in Ihrem Haushalt in die Hand nehmen, wird auch hier gebraucht“, meint Ursula Thorn, Chefin des Ladens, und ermuntert, nicht mehr Gebrauchtes hier abzugeben. Haushaltsgegenstände, Möbel, Spielzeug, Textilien und anderes Guterhaltendes besser herzubringen als wegzuwerfen.

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema der 24 Helferinnen und Helfer im Martins Mantel. Im Secondhandladen werden gute Dinge weitverkauft, die meisten für eine Mindestspende von 0,50 Euro. „Hier kann man viel Schönes finden“, weiß Martina Kissel-Staude, die als Ehrenamtliche und Sprecherin der Initiative von Anfang an dabei ist. Nur noch ein Viertel der Kunden sind inzwischen Flüchtlinge. Längst haben auch Kleinrentner, Auszubildende, Menschen mit Verwandtschaft in Russland oder der Türkei und Schnäppchenjäger den Laden schätzen gelernt. Manche schicken sogar ihrer Verwandtschaft Päckchen mit Kleidung und anderem. Eine alleinerziehende Frau mit geringem Einkommen meint: „Hier kann ich so einkaufen, wie die reicheren Leute in Koblenz, und auch mal drei oder vier Sachen mitnehmen.“

Waren entgegengenommen und verkauft werden mittwochs von 9 bis 12 und freitags von 15 bis 18 Uhr.

Gebraucht werden momentan Kleinmöbel, Ausstattungen für Neugeborene, Kinderwagen,
 Kinderbetten und Herrenbekleidung in kleinen Größen. Außerdem wünschen sich die Frauen vom Martinsmantel sehr die Mithilfe von jungen Männern speziell für den Transport von Möbeln.

Was von den Ehrenamtlichen durch kleine Beträge erwirtschaftet wird, geben sie weiter an soziale Projekte. So spendet der Martinsmantel 50 % seiner Einnahmen für das geplante stationäre Hospiz in Nassau. Die andere Hälfte geht an eine Hilfsorganisation, die Operationen gegen der Grauen Star in Entwicklungsländern finanziert.

Seit 2017 kamen dem Förderverein Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e. V. so rund 11.000 Euro zugute. Bei einem Besuch in der Kaltbachstraße bedankte sich Hospizkoordinatorin Mandy Nicklaus herzlich für diese Unterstützung.

Dabei erfuhr sie auch von der derzeit größten Sorge des Martins-Mantel-Teams: Der Laden mit seinem riesigen Inventar braucht dringend neue Räumlichkeiten, da die jetzigen Räume einer neuen Seniorenwohnanlage weichen sollen. Hilfe bei der Raumsuche und Spender für mögliche Miet- und Nebenkosten sind herzlich willkommen, sagen die Ehrenamtlichen.

Bei einem Besuch im Kleiderladen Sankt Martins Mantel bedankte sich Hospizkoordinatorin Mandy Nicklaus herzlich bei Ursula Thorn und Martina Kissel-Staude für die finanzielle Unterstützung des geplanten Nassauer Hospizes.                                                                                          


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