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Wo Nachbarschaft funktioniert,

herrscht auch Hilfsbereitschaft  

Windener engagieren sich für das Hospiz – Jetzt erfolgte die Spendenübergabe

Wenige können viel bewirken. Das gilt auch für eine besondere Nachbarschaft in Winden. Wer beim 3. Weihnachtsmarkt in der Mittelstraße 14 dabei war, hatte nicht nur selbst eine schöne Zeit, sondern gleichzeitig auch die Gewissheit, wertvolle Hilfe zu leisten. Denn die Veranstalter, Anneliese und Peter Odelga, stellten den Erlös dieses Mal dem Förderverein Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V. zur Verfügung.

Zusammen mit ihren Nachbarn, wie z.B. Elke und Andreas Dus und Bernhard Hillenbrand starteten sie vor drei Jahren die Veranstaltung im stimmungsvollen Ambiente der Mittelstraße 14.  Mit dem Erlös des ersten Weihnachtsmarktes unterstützten sie das Aktionsbündnis „Deutschland hilft“, mit dem zweiten „Ärzte ohne Grenzen“. Mit dem dritten nun – und mit dem Rekordergebnis von 1730 Euro – das geplante Hospiz in Nassau.

In eine Milchkanne steckten die Besucher den Betrag, den sie je nach Gusto für die dargebotenen selbstgebastelten Dinge, für Speisen, hausgemachte Plätzchen oder Getränke geben wollten. Im Zelt am Haus gefielen die Handarbeiten, daneben die Krippe, Weihnachtsbaum oder die Möglichkeit, selbst Kerzen aus Honigwachs zu ziehen. Weitere Nachbarn und Gäste, auch von außerhalb, hatten spontan schöne Dinge für den Markt mitgebracht und trugen so zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Das hauseigene Brot war höchst begehrt ebenso wie das von Förster Felix Janz gespendete Fleisch für das Wildgulasch. Der gemischte Chor Eintracht Winden stimmte auf die Weihnachtszeit ein, die Krippe vermittelte optisch weihnachtliche Impressionen. Die Teilnahme der Windener an der Veranstaltung entsprach dem Geist des Ortes: Wo Nachbarschaft funktioniert, herrscht auch Hilfsbereitschaft.

Während die Hospizidee weithin angekommen sei und verstanden werde, sei es ihre Finanzierung staatlicherseits hierzulande leider noch nicht, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e. V, Dr. Martin Schencking, bei der Spendenübergabe. In Großbritannien gebe es schon seit den 50er Jahren staatliche Hospize. In Deutschland beschränke sich die Politik dagegen auf schöne Worte.

Nein, es gibt keine Landesförderung für Aufbau und Einrichtung des Hospizprojektes, der Staat überlasse die Initiative ehrenamtlichem bürgerschaftlichem Engagement, antwortete Dr. Schencking den erstaunten Spendern.

Erst wenn dieses durch Spender, Sponsoren und vielen Unterstützern geschaffen, erst dann, wenn das Fachpersonal eingestellt, der Koch koche und das Bett aufgedeckt sei, würden Kranken- und Pflegekassen einen Tagessatz für die Patienten im Hospiz übernehmen, der ca. 90 Prozent der tatsächlichen Kosten deckt. Insofern werde das Hospiz für den Rhein-Lahn-Kreis beständig auf Spenden angewiesen sein.

Doch angesichts der Partner, der breiten Unterstützung und Spendenbereitschaft der Bevölkerung   ist Dr. Schencking überzeugt, dass die für die Menschen im Rhein-Lahn-Kreis so wichtige Einrichtung eines Hospizes in Nassau in naher Zukunft verwirklicht werden kann.

 

Dort, wo der stimmungsvolle und erfolgreiche Weihnachtsmarkt zugunsten des geplanten stationären Hospizes in Nassau stattfand, erfolgte auch die Spendenübergabe. In der Mittelstraße in Winden freute sich der Vorsitzende des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn über das große Engagement der Windener und dankte allen herzlich dafür. Auf dem Foto (v.l.n.r.): Dr. Martin Schencking, Anneliese Odelga, Peter Odelga, Elke Dus, Andreas Dus und Bernhard Hillenbrand.


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