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Der bislang beste Standort für das Hospiz Rhein-Lahn

Informationsveranstaltung in Dienethal – Großes Interesse – Fragen und Antworten

 

Am Vortag der Sitzung des Gemeinderates, der über die Bauvoranfrage für den Bau des Hospizes in der Talstraße entscheidet, hatte Dienethals Ortsbürgermeister Andreas Ritter zu einer Informationsveranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus geladen. Das Interesse war groß. Mehr als 40 Bürgerinnen und Bürger des 230-Seelen-Ortes kamen. Auf den neuesten Stand des Hospizprojektes brachte Dr. Martin Schencking als Vorsitzender des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V. die Versammlung. Er beantwortete viele Fragen und überzeugte, dass ein Hospiz für den ganzen Rhein-Lahn-Kreis unbedingt erforderlich ist.

Aus erster Hand erfuhren die Zuhörer von dem Hausarzt, Internisten und Palliativmediziner, was Palliativmedizin ist, was ein Hospiz leistet und wie es um die Versorgung bestellt ist. „Wenn es um das Thema Sterben geht, wünschen sich alle, möglichst 90 bis 100 Jahre alt zu werden und dann irgendwann einmal morgens nicht mehr die Augen aufzumachen“, sagte er. Doch so ein sanfter Tod sei ein Wunschtraum, der nur für einen geringen Prozentsatz der Menschen in Erfüllung gehe.

Die meisten der 80- bis 90-Jährigen seien chronisch und weit fortgeschritten erkrankt. Hinzu kämen zunehmend immer mehr junge Patienten mit schwersten Krebserkrankungen oder zunehmend auch mit ALS (amyotrophe Lateralsklerose). Die Palliativmedizin könne Patienten, die mit ihrem absehbaren Tod rechnen müssen, durch ärztliche und pflegerische Maßnahmen hervorragend helfen, Leiden zu verringern sowie Schmerzen und Atemnot zu nehmen.

In einem Hospiz geht es um die bestmögliche Versorgung von Sterbenden, damit ein menschenwürdiges Ende stattfinden kann, erläuterte Dr. Schencking. Das auf die Akutversorgung ausgelegte Krankenhaussystem ist mit der Versorgung sterbenskranker Patienten häufig überfordert. Dort sei die notwendige Zuwendung in den letzten Stunden nur erschwert möglich. Im Hospiz dagegen ist eine Eins-zu-Eins-Betreuung durch speziell qualifizierte Fachkräfte 24 Stunden gegeben. Aus seinem Berufsalltag weiß der Mediziner und Vorsitzende des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V. nur allzu gut, wie enorm groß der Bedarf für ein Hospiz im Landkreis ist.

Seit Bestehen des Vereins (2016) sei man gut vorangekommen, berichtete der Vorsitzende. Da geht es zum einem um die Finanzen, denn, um ein Hospiz auf die Beine zu stellen und in Gang zu bringen, ist man in Deutschland auf Spenden angewiesen. Viele Benefizveranstaltungen – wie zuletzt der 2. Nassauer Hospiz-Charity-Run - wurden dafür durchgeführt. Mitgliedschaft, die Übernahme einer Patenschaft und nicht zuletzt etliche Sponsoren, halfen und helfen, die notwendige Basis zu schaffen. Zudem engagieren sich im Förderverein viele kompetente Mitglieder ehrenamtlich.

Einzig und allein fehlt nur der definitive Standort für das Hospiz Rhein-Lahn. Vergeblich wurde über vier Jahre in Nassau nach einer geeigneten Immobilie bzw. nach einem Grundstück gesucht. Die ursprünglichen Pläne, das Hospiz im Marienkrankenhaus anzusiedeln, zerschlugen sich nicht zuletzt aufgrund dessen Insolvenz. Im zwei Kilometer von Nassau entfernten Dienethal hat der Verein nun das bislang –aus hospizlicher Sicht – geeigneteste Grundstück gefunden, sagte Dr. Schencking. Sowohl der Vorstand des Fördervereins als auch die Mitglieder der zukünftigen Betreibergesellschaft haben sich einhellig für den Standort Dienethal ausgesprochen. „Es liegt nun an Ihnen“, wandte er sich an die Versammlung. Man wünsche sich die Unterstützung des Ortes.

Das Bauvorhaben soll sich gut in die Geografie der Talstrasse einpassen.  Es ist eine komplett barrierefreie, ebenerdige Etage mit 8 Patientenzimmern, Angehörigenzimmer, Raum der Stille, Pflegeräumen sowie einem offenen Wohn-Essbereich mit knapp 800 qm geplant.

 

Dienethals Ortsbürgermeister Andreas Ritter (r.) hatte die Bürger/innen eingeladen, sich aus erster Hand durch den Vorsitzenden des Fördervereins Stationäres Hospiz Rhein-Lahn e.V., Dr. Martin Schencking (l.), zu informieren.

 

Groß war das Interesse an der Informationsveranstaltung im Dienethaler Dorfgemeinschaftshaus. Es ging um den Bau des stationären Hospizes Rhein-Lahn, für das in der Talstraße nun ein Grundstück gefunden werden konnte.


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